Generationengerechtigkeit – was ist das eigentlich?

Generationengerechtigkeit ist in aktuellen politischen Debatten zu einem zentralen Begriff geworden. Häufig wird er jedoch verkürzt verwendet: als moralisches Argument in der Haushalts-, Finanz- oder Rentenpolitik, etwa in Diskussionen über Neuverschuldung oder die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass Generationengerechtigkeit weit mehr umfasst als finanzpolitische Abwägungen. Eine solche Engführung kann Generationenkonflikte eher verstärken, statt gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und die tatsächlichen Ursachen von Ungerechtigkeit zu benennen.

In dieser Veranstaltung bieten die Organisationen des Hauses der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. und die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. ein Forum, um gemeinsam mit den Teilnehmenden den Begriff der Generationen-gerechtigkeit in unterschiedlichen politischen und sozialen Themenfeldern zu vertiefen und das Verbindende zwischen den Generationen herauszuarbeiten.

 

Programm

13:30 Uhr Begrüßung und Einführung

Mike Corsa (Vorsitzender des HdJ e.V.)

Dr. Regina Görner (Vorsitzende der BAGSO e.V.)

 

14:00 Uhr Keynote: „Generationenkonflikte – Fiktion oder Wirklichkeit? Wie kann Generationengerechtigkeit gelingen?“

Prof. Dr. Claudia Vogel, Professorin für Soziologie und Methoden der quantitativen Sozialforschung an der Hochschule Neubrandenburg

 

15:00 Uhr Pause

 

15:30 Uhr Vier parallele Workshops

Youth Mainstreaming 2.0?! Ein Blick auf die Intergenerational Fairness Strategy der EU

Die 2026 veröffentlichte Intergenerational Fairness Strategy der EU etabliert Generationengerechtigkeit erstmals als europäischen politischen Querschnittsansatz in Reaktion auf langfristige Herausforderungen, wie den demografischen Wandel, die Klimakrise, soziale Ungleichheiten, steigende Wohnkosten sowie unsichere Zukunfts- und Erwerbsperspektiven junger Menschen. Der Workshop beleuchtet Entstehung, Inhalte und Instrumente der Strategie und diskutiert ihr Verhältnis zu Youth Mainstreaming. Im Fokus stehen Spannungen zur deutschen Debatte, mögliche Zielkonflikte sowie die Frage, welche konkreten politischen Implikationen sich ergeben.

Durchführung: AdB und AGJ

 

Mehr als ein Generationenvertrag: Prüfsteine generationengerechter Sozialpolitik

Der Workshop nimmt aktuelle sozialpolitische Debatten zum Ausgangspunkt, um den Begriff der Generationengerechtigkeit kritisch zu hinterfragen. Statt junge und ältere Menschen als konkurrierende Anspruchsgruppen gegenüberzustellen, diskutieren die Teilnehmenden anhand konkreter Politikfelder wie Rente, Wohnen und Mobilität gemeinsame Herausforderungen und entwickeln Prüfsteine für eine Sozialpolitik, die soziale Sicherheit im Lebensverlauf gewährleistet.

Durchführung: BAGSO und DBJR

 

Vom Scrollen bis zur Teilhabe – intergenerationale Perspektiven auf digitale Lebensrealitäten

Der Workshop schafft Raum für Austausch und Diskussion über Sichtweisen, Bedarfe und Voraussetzungen einer generationengerechten Gestaltung digitaler Räume. Statt junge und ältere Menschen als voneinander getrennte Entitäten zu denken, sollte die Gestaltung von Digitalpolitik als gemeinsame Aufgabe verstanden werden. In den Fokus rücken dabei verschiedene Formen von digitalen Lebensrealitäten, wie Anwendungsverhalten und Nutzungsmotive, digitale Infrastruktur oder Herausforderungen. Ziel des Workshops ist es, Überschneidungen und solidarische Lösungsansätze zu identifizieren, von denen unterschiedliche Nutzer*innengruppen gleichermaßen profitieren können.

Durchführung: BAGSO, BAJ, DBJR

 

Generationengerechtigkeit in der Praxis: Wie bringen wir Jung und Alt ins Gespräch?!

Der Workshop lädt die Teilnehmer*innen ein, unterstützt mit unterschiedlichen Reflexionsmethoden konkrete Ideen für die Gestaltung von Räumen der Kommunikation für die strategische Zusammenarbeit vor Ort zu entwickeln. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer*innen können dabei Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Jugendlichen in den Blick genommen, Ideen für intergenerationelle Beteiligungsformate und Vernetzungskonzepte für Multiplikator*innen entwickelt werden.

Durchführung: AdB und AGJ

 

17:00 Uhr Abschlusspanel „Generationengerechtigkeit als demokratische Reformaufgabe”

Kirstin Weis, Geschäftsführerin des HdJ und Dr. Regina Görner, Vorsitzende der BAGSO im Gespräch mit Vertreter*innen aus Bundespolitik und -verwaltung

 

18:00 Uhr Get Together bei Brezeln und Getränken

 

Veranstaltungsort und Zeit: Haus der Jugendarbeit und Jugendhilfe, Mühlendamm 3, 10178 Berlin. 13.10.2026 13:30 bis 18:00 Uhr

Die offizielle Einladung mit Anmeldemöglichkeit folgt nach der Sommerpause. Bitte beachten Sie bereits jetzt, dass die Teilnahme kostenpflichtig ist. Der Teilnahmebeitrag beträgt 10,00 Euro pro Person; die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.